IGW-Fahrt 2020

38 Landjugendliche aus der Diözese Regensburg machten sich im Januar auf den Weg in die Bundeshauptstadt, um dort unter anderem die Internationale Grüne Woche zu besuchen.

Sie gehört zum KLJB-Jahr wie Ostern und Weihnachten zum Kirchenjahr – die „IGW-Fahrt“ nach Berlin. Auch dieses Jahr hat sich wieder eine Gruppe von KLJBler*innen am 16. Januar in den Zug nach Berlin begeben. Die 38 Teilnehmer*innen der Studienfahrt durften sich auf Tage voller neuer Eindrücke und erzählenswerter Erlebnisse freuen.

Angekommen in Berlin und nachdem die Zimmer im Hotel bezogen waren, ging es für die Gruppe zum Checkpoint Charlie, in dessen Nähe wartete eine ganz besondere Busfahrt von TimeRide Berlin auf die jungen Leute. Ausgestattet mit Kopfhörern und einer Virtual Reality-Brille ging es auf eine Busfahrt durch das geteilte Berlin der 80er Jahre. Begleitet durch Erklärungen von Zeitzeugen fuhren die Teilnehmenden von West- nach Ost-Berlin. Begeistert hat vor allem die Technik, die das Erleben dieser Zeitreise möglich macht.

Am Freitag stand traditionell der Messebesuch auf dem Programm. Schon morgens ging es in die großen Hallen der Internationalen Grünen Woche. Die neue Halle „Lust aufs Land“ fand bei vielen Teilnehmenden großen Gefallen, nicht nur, weil dort die KLJB Bundesebene ihren Stand hatte, sondern vor allem, weil man sich auf kreative Art und Weise mit dem Leben im ländlichen Raum auseinandersetzen konnte. Ein Muss für alle „Dorfkinder“. In den Hallen der Bundesministerien für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) und für Entwicklung und Zusammenarbeit (BMZ) konnte man Nachhaltigkeit förmlich riechen. Die hölzernen Messestände beindruckten nicht nur optisch, sondern auch durch ihr vielseitiges Angebot. Man konnte Insekten probieren, virtuelle Schweineställe bauen, Bäume pflanzen oder die Temperatur verschiedener Oberflächen messen. Das virtuelle Treffen mit Kleinbauern machte hautnah auf die Bedeutung internationaler Solidarität aufmerksam und nebenan konnte man sich über die Herstellung von Klamotten informieren. Doch nicht nur die Hallend er Bundesministerien hinterließen bleibenden Eindruck, auch die anderen Hallen waren einen Besuch wert und am Ende des Tages mussten viele feststellen, dass ein Tag eigentlich nicht ausreicht, um die ganze IGW zu besichtigen.

Der Samstag begann für die Fahrtengruppe politisch. Beim Besuch im Bundestag wurde zunächst den vielen Informationen über das geschichtsträchtige Reichstagsgebäude gelauscht. Anschließend nahm MdB Marianne Schieder die KLJBler*innen in Empfang, berichtete über ihre Arbeit als Abgeordnete und stand den Teilnehmenden Rede und Antwort. Zu guter Letzt konnte noch das Dach und die Kuppel besichtigt werden, welche ein gutes Fotomotiv und eine grandiose Aussicht über das sonnige Berlin boten.

Am Nachmittag traf sich die Gruppe in Berlin-Reinickendorf mit zwei Leuten von Berliner Unterwelten e.V.. Bei einer Führung über das Gelände des ehemaligen Humboldt-Krankenhauses wurde der Unterschied von Krankenhäusern um 1900 zu heutigen Krankenhäusern sichtbar. Nach dem Rundgang ging es dann unter die Erde in den 1941 erbauten Operationsbunker. Die Räumlichkeiten waren unglaublich gut erhalten, sogar die Luftschleuse funktionierte noch. Gruseln und zugleich Erstaunen wurde bei den Teilnehmenden geweckt, als das Licht ausging und man erkennen konnte, dass die fluoreszierende Wandfarbe von damals immer noch Licht abgibt. Insgesamt ein sehr spannender Ausflug in die Medizin und das Leben zu einer anderen Zeit.

Nachdem am Samstagabend das Berliner Nachleben erkundet wurde, ging es für einen Teil der Fahrtengruppe am Sonntag wieder Richtung Heimat. Der andere Teil unterstützte abends die KLJB Bundesebene als Ausschank- und Helfer*innenteam beim deren gemeinsamen Landjugendempfang mit der Evangelischen Jugend. Nach einem ökumenischen Gottesdienst wurden viele KLJBler*innen aus ganz Deutschland und geladene Gäste von den Regensburgern mit Getränken und guter Musik versorgt. Viele nutzten die Gelegenheit sich mit Landjugendlichen aus anderen Diözesanverbänden auszutauschen.

Am Montag war die Gruppe zu Gast in der Seituna Moschee. Der Vorsitzende des Kulturvereins empfing die jungen Erwachsenen gemeinsam mit dem Imam und einer Ehrenamtlichen, die vor Jahren vom katholischen Glauben zum Islam konvertiert ist. Nach einer Vorstellung des Vereins und einer Führung durch die Räumlichkeiten war viel Zeit Fragen zu beantworten und ins Gespräch zu kommen. Dabei konnte das ein oder andere Vorurteil beseitigt und einige Gemeinsamkeiten entdeckt werden.

Am letzten Abend wurden die schicken Kleider und Anzüge aus den Koffern geholt. Beim großen Landjugendball des Bundes der Deutschen Landjugend schwangen die Teilnehmenden fleißig das Tanzbein und genossen die festlich elegante Stimmung.

Mit dem Zug ging es dann am Dienstag wieder zurück nach Bayern.

Die Studienfahrt nach Berlin ist ein festes Highlight des Landjugendjahres und gilt als Erinnerungsschmiede unter den Ehrenamtlichen. Wer dabei war hat danach auf jeden Fall immer viel zu erzählen.

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